Geplantes Steinkohlekraftwerk im Chemiepark Krefeld-Uerdingen stärkt den Wirtschaftsstandort Krefeld

Modernste Kraft-Wärme-Kopplung sorgt für umweltfreundliche Energieerzeugung

09.11.2009

Aachen/Krefeld. Mehr Wettbewerb im Strommarkt schaffen, die wirtschaftliche Unabhängigkeit kommunaler Versorgungsunternehmen stärken und die Umwelt schonen – so fasste Martin Hector, Geschäftsführer der Trianel Power-Projektgesellschaft Kohlekraftwerk mbH & Co. KG (TPK) die Ziele seines Unternehmens beim geplanten Bau eines Steinkohlekraftwerkes im Chemiepark Krefeld-Uerdingen zusammen. Bei einem gemeinsamen Pressegespräch stellten die Projektpartner TPK, SWK STADTWERKE KREFELD AG und der Chemieparkbetreiber Bayer Industry Services (BIS) am Dienstag, 6. Februar 2007, in Krefeld den derzeitigen Stand der Planung vor. Anwesend waren auch Vertreter der Stadt Krefeld.

 

Im Auftrag von 27 Stadtwerken und Regionalversorgungsunternehmen – darunter die Stadtwerke Krefeld – plant die TPK zwei moderne und umweltfreundliche Steinkohlekraftwerke mit einer Nettoleistung von jeweils mindestens 750 Megawatt zu errichten – eines davon im Chemiepark Krefeld-Uerdingen. Der Chemiepark soll aus diesem Kraftwerk mit Strom und Prozessdampf beliefert werden. Bayer Industry Services würde die technische Betriebsführung der Anlage übernehmen. Die SWK ist mit einer Gesamtleistung von 50 Megawatt in diesem Projekt vertreten und stellt damit eine treibende und vor Ort koordinierende Kraft bei der Projektentwicklung dar. Das Kraftwerk soll im nördlichen Bereich des Chemieparkgeländes entstehen und dort eine Fläche von rund 20 Hektar belegen. Die elektrische Leistung, die hier erzeugt werden könnte, reicht aus, um beispielsweise gut 1,5 Millionen Haushalte mit Strom zu versorgen.

 

Die Kosten für ein Kraftwerk dieser Größenordnung belaufen sich auf über eine Milliarde Euro. Moderne Umwelttechnologien wie die Kraft-Wärme-Kopplung sorgen dafür, dass die Energie auf besonders effiziente und umweltverträgliche Weise erzeugt wird.

 

Chemieparkleiter Dr. Wolfgang Bieber nannte das Vorhaben ein sehr positives Signal für den Chemiepark und die Region. „Diese Investition würde den Standort Krefeld-Uerdingen nachhaltig stärken. Das neue Kraftwerk kann einen wichtigen Betrag zur Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen und zur weiterhin hohen Versorgungssicherheit der Chemieparkpartner leisten. Darüber hinaus ist dieses Projekt auch unter Klima- und Umweltgesichtspunkten sinnvoll.“

 

Thomas Visser, Beigeordneter der Stadt Krefeld für den Geschäftsbereich Planung und Bau, erklärte: „Die Planung des Unternehmens Trianel Power, auf dem Chemieparkgelände in Krefeld ein Steinkohlekraftwerk zu errichten, wird von Seiten der Stadt Krefeld unter den Aspekten Standort- und Arbeitsplatzsicherung sowie Verbesserung der Versorgungssicherheit positiv gesehen. Der Rat der Stadt Krefeld wird das Thema in seiner Sitzung am 8. Februar 2007 beraten und einen Beschluss für das weitere Genehmigungsverfahren fassen."

 

SWK-Vorstandssprecher Martin Cirener betonte: „Die SWK Energie GmbH beabsichtigt, dieses zukunftsweisende Projekt zu entwickeln und zu gestalten. Wir können uns vorstellen, mit 50 Megawatt einer der größten Partner in diesem Projekt zu werden. Für uns bedeutet dies bereits die dritte Option zur Beteiligung an einem Kraftwerk. Eine besondere Attraktivität ist natürlich für die SWK durch den Standort im eigenen Netz gegeben. Eigene Energie-Erzeugungskapazitäten geben uns als kommunales Stadtwerk gerade in Zeiten steigender Beschaffungspreise mehr Unabhängigkeit von großen Energie-Lieferanten. Davon werden auch unsere Kunden profitieren, weil wir so mit wettbewerbsfähigen Preisen am Markt bestehen können.“

 

Das Projekt befindet sich derzeit noch in einer frühen Phase. Nachdem Anfang Dezember der Scoping-Termin stattfand, bei dem das Projekt den zu beteiligenden Behörden und Verbänden vorgestellt wurde, könnte das Genehmigungsverfahren im zweiten Quartal 2007 eingeleitet werden. Nach dessen Abschluss beschließen die Gesellschafter der Trianel Power-Projektgesellschaft über den geplanten Bau des Steinkohlekraftwerkes. Sofern alles plangemäß verläuft, soll das Kraftwerk Ende 2012 den Betrieb aufnehmen.

 

Zum Hintergrund:

1) Am Großhandelsmarkt für Strom, an dem die Stadtwerke seit Beginn der Liberalisierung ihren Strombedarf abdecken, haben sich die Preise seit 2002 mehr als verdoppelt. Auch für die Zukunft gehen namhafte Studien von hoch volatilen Preisentwicklungen aus. Für Stadtwerke eröffnet sich mit der Beteiligung an diesem Projekt die Option, einen Teil ihres Versorgungsbedarfs langfristig kostengünstig abzusichern. Bis zu sechs Milliarden Kilowattstunden Strom wird das geplante Kraftwerk voraussichtlich jährlich erzeugen, das zur Absicherung der Grundlast eingesetzt werden soll.

 

2) Aufgrund der Alterstruktur der Steinkohlenkraftwerke in Deutschland werden Altanlagen in den nächsten Jahren zur Vermeidung einer Deckungslücke in Deutschland ersetzt werden müssen. Durch die Investition von Stadtwerken in Erzeugungskapazitäten kann das bestehende Oligopol im Großhandelsmarkt aufgebrochen und mehr Wettbewerb initiiert werden. In 2020 wird eine Stromerzeugungskapazität in Deutschland von 125 Tausend Megawatt erwartet. Davon werden voraussichtlich 20 Prozent auf Steinkohlebasis bestehen. Der Anteil des derzeit geplanten kommunalen Kohlekraftwerks würde dann rund 0,7 Prozent an der deutschen Stromerzeugungskapazität ausmachen.

 

Ihre Ansprechpartner:

Trianel Power-Projektgesellschaft Kohlekraftwerk mbH & Co. KG

Martin Hector, Geschäftsführer

Denise Matthée, Leiterin Marketing und Kommunikation

Tel.: (0241) 41320 – 240

Email: info@trianel.com

 

Bayer Industry Services GmbH & Co. OHG

Kerstin Nacken, Kommunikation

Tel.: (0214) 30 – 62208

Email: kerstin.nacken.kn@bayerindustry.de

 

SWK STADTWERKE KREFELD AG

Dorothee Winkmann

Leiterin Unternehmenskommunikation

Tel.: (02151) 98 2570

Email: dorothee.winkmann@swk.de

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