Trianel und CURRENTA gehen auf Krefelder Politik zu

Großinvestition Steinkohlekraftwerk stärkt den Wirtschaftsstandort Krefeld

19.12.2008

Krefeld. „Die von Trianel geplante Großinvestition eines Steinkohlekraftwerks im CHEMPARK Krefeld-Uerdingen ist für den Chemiestandort und die Region von entscheidender Bedeutung“, sagte CHEMPARK-Leiter Dr. Stefan Dresely am 19. Dezember 2008. Für eine ökologisch und ökonomisch sinnvolle Energieversorgung des Standorts ist das 750-MW-Steinkohlekraftwerk die beste Lösung.

 

Um für dieses wichtige Projekt breite Unterstützung in der Politik und Bevölkerung zu finden, haben die Eigentümerin und Bauherrin Trianel sowie CURRENTA als der zukünftige technische Betreiber des Kraftwerks mit vielen politischen Gruppen und Nachbarn das Gespräch gesucht. In diesen Gesprächen hat die Krefelder Politik konkrete Forderungen an die einvernehmliche Umsetzung des Kraftwerk-Projekts geknüpft.

 

Diese reichen von der Abschaltung der alten Kessel bis zur Erhöhung des Wirkungsgrads der neuen Anlage. „Trianel und CURRENTA haben die Forderungen der großen politischen Parteien in den vergangenen Wochen eingehend geprüft und werden sie erfüllen können“, sagte Martin Hector, Geschäftsführer der Trianel Power Kohlekraftwerk Lünen GmbH & Co. KG.

 

„Ich freue mich, dass wir heute ein Maßnahmenpaket präsentieren können, das nun hoffentlich den Weg für die Realisierung des Kraftwerk-Projekts ebnet“, sagte Dr. Dieter Porschen, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Mittlerer Niederrhein. „Dies ermöglicht der Politik, die durchaus verständliche Forderungen an das Projekt gestellt hat, Planungssicherheit für alle Beteiligten zu schaffen.“ Konkret bedeutet dies:

 

1. Abschaltung der alten Kohlekessel
Die beiden alten Kohlekessel im Kraftwerk N230 der CURRENTA werden abgeschaltet, nachdem das Trianel-Kraftwerk seinen Betrieb aufgenommen hat und den CHEMPARK ein Jahr lang zuverlässig mit Dampf und Strom beliefert hat. „Dieses Thema war in der Diskussion von zentraler Bedeutung. Ich freue mich, dass es nun eine Entscheidung dazu gibt“, sagte Dresely.

 

2. Einhausung der Kohlelager
Trianel hat eine umweltfreundliche Lösung zum Kohletransport und zur Kohlelagerung in ihrer Planung berücksichtigt und sagt zu, dass die Kohlelager
und Transportbänder vollständig eingehaust werden. Somit sind praktisch keine Zusatzbelastungen der Luft aufgrund des Kohletransports zu erwarten. Dementsprechend hat Trianel die Einhausung der Kohlelager bereits im Genehmigungsantrag gemäß Bundesimmissionsschutzgesetz vorgesehen.

 

3. Anlieferung der Kohle
Es besteht ein Interesse aller Beteiligten daran, die Kohle auf dem Wasserweg anzuliefern und mit geschlossenen Förderbändern auf möglichst kurzem Weg vom Rhein zum Kraftwerk zu transportieren. Hierzu ist es erforderlich, dass die Stadt Krefeld eine Ausdehnung des Krefelder Hafens nach Norden bei der Bezirks-regierung beantragt. „Der CHEMPARK wird einen solchen Antrag unterstützen, denn diese Variante der Kohleanlieferung vor Ort ist ökologisch und ökonomisch vernünftig“, sagte Dresely. Damit würde der Hafen Krefeld den erforderlichen Kai vor dem CHEMPARK errichten und betreiben. Voraussetzung ist, dass die Stadt Krefeld der Errichtung der Kohlelagerung neben dem Kraftwerk zustimmt und den notwendigen Kohletransport über ihre Grundstücke gestattet. Welches Unter-nehmen in die Kohleumschlagseinrichtungen investieren wird, wird derzeit noch vom Hafenbetreiber zusammen mit Trianel und CURRENTA geprüft.

 

4. Stand der Technik
„Das Kraftwerk wird nach neuestem technischen Stand gebaut“, versicherte Martin Hector. Durch die Anwendung der Kraft-Wärme-Kopplung wird eine besonders effiziente Energiegewinnung gesichert. Darüber hinaus wird Trianel in Bezug auf die Rauchgasreinigung die beste Technik einsetzen, die heute großtechnisch auf dem Markt zur Verfügung steht. Alle gesetzlichen Anforderungen werden nicht nur sicher eingehalten, sondern die Emissionen aus dem Kraftwerk werden deutlich unterhalb der Grenzwerte liegen.

 

5. Wirkungsgrad verbessern
Das Kraftwerk war bereits mit einem außergewöhnlich hohen Wirkungsgrad von 57 Prozent geplant. Jetzt hat Trianel den Wirkungsgrad durch eine Erhöhung der Dampfauskopplung weiter optimiert. Hierdurch wird der Wirkungsgrad des Kraftwerks technisch auf über 60 Prozent gesteigert. „Dies ist für ein Steinkohle-kraftwerk dieser Größe ein absoluter Spitzenwert“, erklärte Hector.

„Trianel und CURRENTA haben die Hausaufgaben gemacht. Mit der Zusage, wesentliche Forderungen der Politik zu erfüllen, sind die Weichen für die Realisierung des Kraftwerks auf dem CHEMPARK-Gelände gestellt“, fasste Porschen die Ergebnisse zusammen. „Der Bau des Kraftwerks am geplanten Standort ist unter energie- und klimapolitischen sowie wirtschaftlichen Gesichts-punkten optimal und verbessert die Attraktivität des Wirtschaftsstandortes Krefeld für Unternehmen. Jetzt hat die Politik die Chance, das für die Wirtschaftskraft und die Energieversorgung der Region so wichtige Projekt zu ermöglichen.“

 

Die Energieversorgung im CHEMPARK

CURRENTA hat sich als Betreiber und Manager des CHEMPARK frühzeitig Gedanken über eine Modernisierung der Energieversorgung gemacht. Derzeit betreibt CURRENTA im CHEMPARK Krefeld-Uerdingen insgesamt sieben Kesselanlagen zur Energieerzeugung. Die zwei ältesten Kessel werden mit Kohle betrieben und stammen aus den Jahren 1960 und 1963. Nach eingehender Analyse zeigt sich, dass ein 750-MW-Steinkohlekraftwerk in Kooperation mit Trianel, einem Zusammenschluss von Stadtwerken, die beste Lösung für den Standort ist. Zurzeit muss der CHEMPARK etwa zwei Drittel des benötigten Stroms extern einkaufen. Da sowohl die Rohstoff- als auch die Energiepreise in den vergangenen Jahren stark gestiegen sind, sind die Energiekosten zu einem entscheidenden Standortfaktor geworden.

Dank Kraft-Wärme-Kopplung spart das Projekt gegenüber der getrennten Erzeugung von Dampf und Strom erhebliche Mengen an CO2 ein. „Für den CHEMPARK ist das Kraftwerk ein Meilenstein. Es verbessert die Wettbewerbs-fähigkeit der angesiedelten Unternehmen, sichert die Arbeitsplätze am Standort und leistet einen entscheidenden Beitrag für die Wirtschaftskraft der gesamten Region“, sagte Dresely.

Die ganze Region wird von der Großinvestition in Höhe von circa 1 Milliarde Euro profitieren. „Der Bau der Anlage wird wie ein Konjunkturprogramm für Krefeld und den gesamten Niederrhein wirken“, sagte Porschen. In der Bauphase werden rund 1.500 Bauarbeiter und Monteure eingesetzt; im laufenden Betrieb wird das Kraftwerk rund 160 Mitarbeiter beschäftigen.

 

Trianel entwickelt das Projekt mit 30 kommunalen Energieversorgern
Trianel wird das Projekt gemeinsam mit rund 30 kommunalen Energieversorgungs-unternehmen in einer eigenen Projektgesellschaft für die weitere Planung, Errichtung und den künftigen Betrieb der Anlage realisieren. Gemeinsam wird mit der Investition in das neue technologisch und ökologisch fortschrittliche Kraftwerk das Ziel verfolgt, eine wettbewerbs- und zukunftsfähige Energieversorgung zu sichern. Die SWK Stadtwerke Krefeld AG ist hierbei ein bedeutender Partner vor Ort.

 

Trianel hat den entsprechend der obigen Forderungen aktualisierten Genehmigungsantrag am 17. Dezember 2008 bei der Bezirksregierung Düsseldorf zur Prüfung eingereicht.

 

Ihre Ansprechpartner:

Joachim Ludewig, IHK Mittlerer Niederrhein
Tel.: 02151 635-359
E-Mail: ludewig@krefeld.ihk.de

 

Denise Matthée, Trianel Pressestelle Aachen
Tel.: 0241 41320-240 oder 0175 58 00 364
E-Mail: d.matthee@trianel.com

 

Antje Kassel, CHEMPARK Krefeld-Uerdingen
Tel.: 0214 30-62208 oder 0175 30-62208
E-Mail: antje.kassel@currenta.de

  • Steinkohlekraftwerk Krefeld